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Du sollst nicht töten
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Streitfall


Sie sind natürlich auch herzlich eingeladen ihre eigene Meinung zu äußern 


Die Todesstrafe wirkt abschreckender als langjährige Haftstrafen.

PRO

Die Todesstrafe vermag nachhaltiger und wirksamer Menschen vor der Begehung von Straftaten abzuschrecken als langjährige Haftstrafen.

CONTRA

Alle wissenschaftlichen Studien belegen klar, dass die Todesstrafe nicht abschreckender wirkt. Zudem ist nicht die Abschreckung oberstes Ziel der Rechtsprechung, sondern Gerechtigkeit.

Die Todesstrafe ist nicht nur inhuman und aus moralischen Gründen abzulehnen, sie leistet darüber hinaus nicht das, was sich ihre Befürworter und Befürworterinnen von ihr versprechen: Sie macht das Leben in einer Gesellschaft nicht sicherer.

Es gibt sogar gute Gründe zur Annahme, dass die Einführung der Todesstrafe den umgekehrten Effekt hat. Zum einen bedeutet die staatlich legitimierte Auslöschung eines Menschenlebens die Untergrabung des Rechtes auf Leben, welches das oberste Ziel eines Rechtsstaats darstellt. Zum andern wird den Menschen aber nicht nur die Relativität des Rechtes auf Leben vorgeführt, sondern durch die Hinrichtung wird - verstärkt durch die Art der Berichterstattung in den Sensationsblattern - in den Menschen eine Verrohung bewirkt. Dieser Verrohungseffekt kann schließlich dazu beitragen, Hemmungen gegenüber der Tötung von Menschen abzubauen.

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Auge um Auge, Zahn um Zahn.

PRO

Es soll Gleiches mit Gleichem vergolten werden. Selbst Moses fordert im Alten Testament ein solches Vorgehen.

CONTRA

Aus christlicher Perspektive: Jesus Christus hat die starre mosaische Gesetzgebung des Vergeltens aufgehoben.

Matthäus:
7.1
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. 7.2 Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. 7.3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? 7.4 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. 7.5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.

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Wer die Rübe ab hat, bringt keinen mehr um.

PRO

Durch die Hinrichtung von Mördern und Mörderinnen wird sichergestellt, dass sie niemals mehr morden.

CONTRA

Dem legitimen Recht der Gesellschaft, sich zu schützen, sind Grenzen gesetzt, und menschliches Leben darf nicht zum Mittel degradiert werden, um eine möglichst hohe Sicherheit zu erreichen. Zudem ist die Zahl rückfälliger Kapitalverbrecher und Kapitalverbrechenrinnen sehr gering.

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Wer tötet, hat das Recht auf das eigene Leben verwirkt.

PRO

Wer jemanden getötet hat, kann nicht seinerseits auf ein Recht auf Leben pochen.

CONTRA

Das Recht auf Leben ist an keine Bedingungen gebunden.

Mit der Vollstreckung der Todesstrafe maßt sich der Mensch eine Quasi-Schöpfer-Rolle an. Nach modernem Verständnis ist der Staat keineswegs eine göttliche Einrichtung, sondern ein sehr menschlicher Versuch, das Zusammenleben von Menschen zu regeln. Der Staat kann irren und hat selber viele Schwächen.

Wer Leben als unwert beurteilt und anderen Menschen - selbst wenn es Verbrecher sind - menschliche Qualitäten abspricht, begibt sich in gefährliche Nähe zu faschistischem Gedankengut. Außerdem stützt sich keine rechtsstaatliche Gesetzgebung auf den Verwirkungsgedanken: Wer stiehlt, hat sein Recht auf Eigentum grundsätzlich verwirkt!

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Wir wollen keine Mörder mit unserem Steuergeld durchfüttern.

PRO

Es kann dem Steuerzahler nicht zugemutet werden, für Schwerverbrecher und Schwerverbrecherinnen lebenslang den Unterhalt aufzubringen.

CONTRA

Eine Gemeinschaft, die beansprucht, dass ihre Grundprinzipien gerecht sind, muss bereit sein, auch die Kosten eines humanen Strafvollzugs zu tragen.

Immer wieder gelingt es Anhängern der Todesstrafe, Emotionen zu wecken mit der Behauptung, Schwerverbrecher könnten als Staatspensionäre auf Kosten der Steuerzahler ein sorgenfreies Leben führen. Abgesehen davon, dass eine langjährige Haftstrafe von ungeheurer Tragweite für einen Menschen ist: Die humane Gesellschaft ist eine Solidargemeinschaft, die auch die Mittel zur Behandlung von Verbrechern bereitzustellen hat. Finanzielle Erwägungen – wenn sie zudem noch von niederen Motiven wie Missgunst und Rachsucht provoziert werden - und der Rechtsgrundsatz von der Unantastbarkeit des Lebens können ganz gewiss nicht auf derselben Ebene liegen.

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Der Staat muss auf den Volkswillen Rücksicht nehmen.

PRO

Die Justiz muss dem Begehren der Mehrheit nach Verhängung der Todesstrafe nachkommen.

CONTRA

Da die Durchschnittsbürger und Durchschnittsbürgerinnen notwendigerweise über die Umstände von Kriminalstraftaten nur oberflächlich informiert sein können, neigen sie dazu, radikal zu urteilen.

Zudem kann die Meinungsmacht der Boulevardpresse einen großen Druck erzeugen.

Auf eine Wiederwahl bedachte Politiker und Politikerinnen geben diesem Druck oft nach.

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Todesstrafe für Terroristen und Terroristinnen.

PRO

Nur die Hinrichtung von Terroristen und Terroristinnen verhindert ihre Freipressung.

CONTRA

Der Staat würde den Terroristen und Terroristinnen die Legitimation für ihren Kampf liefern und die behauptete Unmenschlichkeit tatsächlich zeigen. Drohende Hinrichtungen würden die Gefahr von Freipressungen eher erhöhen.

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Klaus Kuhnert
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Stand: Sonntag, 08. Januar 2006